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13. Februar 2018 14:50 Uhr Alter: 5 days
Kategorie: Verwaltung

Wieder einmal dubiose Anzeigenwerber in der Gemeinde aktiv

Gemeinde Marpingen warnt vor kostspieligen Anzeigenschaltungen in „regionaler Bürgerinformationsbroschüre für Marpingen und Umgebung“


(gh.) Aus gegebenem Anlass weist das Kultur- und Tourismusamt der Gemeinde Marpingen daraufhin, dass man derzeit keine Anzeigen für eine Gemeindebroschüre akquirieren lässt. Falls also – wie in den letzten Tagen wieder einmal geschehen - Mitarbeiter eines Verlages bei Gewerbetreibenden telefonisch für Inserate in einer Informationsbroschüre werben sollten, handelt es sich dabei nicht um von der Gemeinde Marpingen beauftragte Verlage. Somit ist auch die jüngst beworbene „regionale Bürgerinformationsbroschüre für Marpingen und Umgebung“ kein von der Kommune in Auftrag gegebenes Produkt.

Was von diesen nach Würdigung aller Praktiken als dubios zu bezeichnenden Verlagen herausgegeben wird, sind Broschüren von oft fragwürdigem Informationswert und eher zweifelhafter Werbewirksamkeit. Auf der Basis zahlreicher Rückmeldungen von geschädigten Inserenten in den letzten Jahren lässt sich die leider in gewissen Zeitabständen in einem Gebiet immer wieder praktizierte Vorgehensweise in Grundzügen wie folgt beschreiben:
Die Anzeigenwerber werben für eine oftmals nicht näher bezeichnete Bürger-Informationsbroschüre. Dabei wird – u.a. durch einen regionalen Bezug im Titel - der Anschein erweckt, dass es sich um ein Produkt der örtlichen Gemeinde handelt. Manche Werber sind sogar so dreist, im Gespräch explizit zu behaupten, dass es eine Neuauflage der Gemeindebroschüre sei, für die sie werben und nur noch ganz wenige Anzeigenschaltungen benötigten. Diese mündlichen oder telefonischen Aussagen lassen sich für gewöhnlich später nicht mehr belegen. In den schriftlichen Verträgen taucht dagegen nur ein neutraler Begriff  (z.B. Bürger-Informationsbroschüre) auf. Daraus wie auch aus dem gesamten schriftlich fixierten Vertragsinhalt lässt sich kein Bezug mehr zur Kommune als vorgetäuschtem Auftraggeber herleiten. Zudem erschließt sich erst aus den Verträgen, sofern man nicht das Kleingedruckte überliest, dass die Anzeige über einen Zeitraum von einem oder gar zwei Jahren in mehreren Auflagen geschaltet wird. Der von den Werbern telefonisch genannte und nur auf eine Schaltung bezogene Preis vervielfacht sich dann schlimmer Weise auch noch. Zudem sind manche Werber gleich für mehrere Verlage aktiv. Über die Forderung weiterer Unterschriften zum vermeintlich selben Vorgang gelingt es ihnen mitunter, weitere Verträge anderer Verlage mit den Gewerbetreibenden abzuschließen. So entsteht für die Firmen sehr schnell ein immenser finanzieller Schaden.

Die bisherige Erfahrung zeigt, dass die Betroffenen leider in aller Regel keine rechtliche Handhabe besitzen, wenn die Verträge erst einmal unterzeichnet sind. Die von den Werbern am Telefon gelegentlich behaupteten Kontakte der Verlage zu den Kommunen existieren nicht. Die Abneigung ist dabei beiderseitig. Die Masche, mit ganz wenig redaktionellem und drucktechnischem Aufwand eine minderwertige Broschüre zu erstellen, deren Herstellungspreis nur einen Bruchteil der Werbeeinnahmen ausmacht, funktioniert nur, weil eben keine Verbindung zu den Städten und Gemeinden besteht. Denn dann müssten die Verlage ein zuvor vereinbartes Produkt und folglich eine in jeder Hinsicht weitaus bessere Qualität liefern und eine transparente Verteilung garantieren.
Wenn Kommunen ein anzeigenfinanziertes Produkt (z.B. Gemeindebroschüre oder Ortsplan) herausgeben wollen, engagieren sie dafür alteingesessene, renommierte und seriöse Verlage, schließen Verträge ab, kündigen das Projekt in der Presse an und stellen der Person, die die Anzeigenakquise durchführt, ein entsprechendes Empfehlungsschreiben aus. Seriöse Verlage schicken ihre Anzeigenwerber nicht ohne ein solches Schreiben zu potentiellen Inserenten.
Grundsätzlich sollten sich darum – so die Empfehlung der Gemeinde - Gewerbetreibende, bevor sie Anzeigen in tatsächlichen oder vermeintlichen Gemeinde-Broschüren schalten, immer ein Empfehlungsschreiben vorzeigen lassen. Zudem empfiehlt es sich immer, beim vermeintlichen Auftraggeber telefonisch nachzufragen, ob der Verlag tatsächlich mit diesem Produkt beauftragt wurde.
Das Kultur- und Tourismusamt der Gemeinde Marpingen ist telefonisch unter der Nummer 06853/9116-121 (oder -122) zu erreichen.


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