Bürgerbrief KW 20

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

eines der dominierenden Themen in den Medien ist die Finanznot der Öffentlichen Hand: überschuldete Staatshaushalte, bankrotte Länder, Haushaltsnotlagen, Schuldenbremse und Haushaltssanierungsprogramme. Sparen ist angesagt, und das ist natürlich gut so. Was geschehen kann, zeigen die Wahlen unter anderem in Italien, Frankreich und Griechenland. Ministerpräsidenten werden abgewählt, eine Regierung kommt erst gar nicht mal zustande. Was das für die Bevölkerung zum Beispiel von Griechenland bedeutet, kann heute gar niemand abschätzen. Eine Sanierung der Staatshaushalte tut not, aber diesen Satz schrieb Cicero auch schon 100 Jahre vor Christi Geburt. Der Gemeinderat hat es sich in seiner letzten Sitzung nicht leicht gemacht, und ein Maßnahmenbündel beschlossen, das der Sanierung unseres Gemeindehaushaltes dienen soll. Davon sind wir alle betroffen, und deshalb sollen auch alle in die Umsetzung mit einbezogen werden.

Dennoch hat das ganze nur eine Chance, wenn auch Bund, Land und Landkreise ihren Teil zur Sanierung der Kommunalhaushalte unseres Landes beitragen. Eines darf man dabei auf keinen Fall aus den Augen verlieren: die Gleichwertigkeit der Lebensbedingungen in unseren Orten und Regionen muss gewährleistet bleiben. Um unsere Gemeinde zukunftsfähig zu halten, haben wir im letzten Jahr gemeinsam das Gemeindeentwicklungskonzept erarbeitet und damit eine gute Basis für die Definition konkreter Zielsetzungen geschaffen. Einer unserer größten Pluspunkte ist sicherlich unsere schöne Landschaft, die gesunde Umwelt und eine reizvolle Umgebung. Wer jetzt spazieren geht, kann – wie auf dem Bild erkennbar – die aufblühende Natur und leuchtendgelbe Rapsfelder erleben und genießen.

Aber auch unsere Traditionen und unsere Kultur gilt es zu erhalten und zu bewahren. Stellvertretend dafür soll zum Beispiel das Hiwwelhaus stehen. Durch das Bestreben des Hiwwelhausvereins und des Vereins für Heimatkunde Alsweiler, Traditionen zu bewahren, Neues zu wagen und miteinander zu verbinden ist das Hiwwelhaus in all den Jahren zu einer regional anerkannten kulturellen Institution geworden. Das Bild zeigt ein Stück aus der Ausstellung ‚Hexenzauber‘, die aktuell im Hiwwelhaus noch bis zum 1. Juli stattfindet. Es handelt sich um einen Eichenbalken aus einem alten Haus in Marpingen.

Der renommierte Volkskundeforscher Gunter Altenkirch erläutert mir auf dem Bild, dass die Krankheit eines Hausbewohners dadurch gebannt wurde, dass die verdammte Krankheit auf ein Blatt Papier geschrieben und in das Balkenloch gestopft wurde, das mit einem Pfropf dann verschlossen wurde. Ein Besuch dieser Ausstellung lohnt sich allemal. Sie vermittelt eine einmalige Sicht auf die Bräuche und Riten unserer Vorfahren in einem autentischen Umfeld. Mehr Informationen darüber findet ihr wie immer auf unserer Internetseite.

 

Werner Laub, Bürgermeister

 

Die nächste Bürgersprechstunde findet am Donnerstag, 14.06.2012, von 15.00 bis 17.00 Uhr statt. Um einen ungestörten Gesprächsverlauf zu gewährleisten, bitte ich um Anmeldung unter der Telefonnummer 9116-102.

 

Urexweiler Birnbaum (Foto: Susanne König)
Foto: Susanne König
Ausstellung Hexenzauber: Gunter Altenkirch erläutert Bürgermeister Werner Laub die Geschichte eins Exponates (Foto: Hans Rudolf Klos)
Foto: Hans Rudolf Klos